Sehnsucht & Selbstliebe
Alles, wonach Du Dich sehnst, gibt Dir Auskunft darüber, was du selbst in dir hast. Du kannst nur auf etwas eifersüchtig sein, was dein ist. Alles, was du im Aussen begehrst, ist somit ein Spiegel deiner Selbst. Sehnsucht ist immer die Sehnsucht nach sich selbst - nach sich selbst als Einheit und Ganzheit.Du kannst dich nicht nach etwas sehnen, wenn du es nicht tief in deinem Innern vermissen würdest. Du kannst jedoch nur etwas vermissen, was dir einmal zu eigen war. Somit spiegelt Deine Sehnsucht… einen Wesensaspekt deiner Seele. Einen Wesensaspekt, dessen du dir nicht bewußt bist, weil du dich irgendwann einmal von ihm abgespalten hast und ihn tief ins Unterbewußtsein verdrängt hast. Die Sehnsucht zeigt dir einen Wesensaspekt, der in deiner frühen Kindheit vielleicht nicht willkommen geheißen wurde. Das kann ein Gefühl sein, eine Qualität oder eine Fähigkeit, wie z.B. tiefe Freude empfinden zu können. Du wurdest vielleicht beschämt oder verletzt. Oder man hat Dir in Deinem Ausdruck einfach nicht angemessen geantwortet.
Jetzt kannst du vielleicht verstehen, warum es zwei Möglichkeiten gibt, mit der Sehnsucht umzugehen. Die eine ist die, die sich gegen dich selbst richtet. Sie nennt sich Neid bzw. Eifersucht. Die andere Möglichkeit nennt sich Meditation und wurzelt in der Selbstliebe. Sicherlich erinnerst du dich an Situationen oder Begegnungen, in denen du eifersüchtig oder auf etwas neidisch warst. Damit meine ich jetzt nicht auf das schicke Auto deiner Freundin, sondern auf eine Qualität im Ausdruck oder in der Art und Weise zu sein bzw. bestimmte Dinge zu tun. Du fühlst dich unangenehm an etwas erinnert, was dir abhanden gekommen ist, und das tut weh. Es ist dir wahrscheinlich leichter gefallen, den Schmerz zu verleugnen als ihn zuzulassen. Du hast dich hinter Arroganz, Leugnung oder Konkurrenzgebahren versteckt. Dies sind Abwehrstrategien, die sich früh als Teile unseres Egos/ unserer Persönlichkeit gebildet haben. Eine solche Haltung ist nicht nur unfair gegenüber dem anderen, sondern sie ist auch häßlich sich selbst gegenüber. Denn Du bekämpfst das, was sich dir als Spiegel deiner Seele offenbart. Schmerz ist nicht unbedingt etwas schönes und erstrebenswertes.
Doch wenn es sich um ein authentischen Gefühl handelt, führt kein Weg an ihm vorbei. Letztendlich ist es nur Traurigkeit, die dich in dein eigenes Herz führt. Wertschätzung und Liebe dir selbst gegenüber sind heilsame Konsequenzen daraus, und echte Nähe zu dir selbst entsteht. Um heil und ganz zu werden und um die Wesensaspekte in dir selbst zurückzuerobern, mußt du durch deine Gefühle hindurch. Und machst du es nicht jetzt, so wird dich eine solche Situation in der Zukunft erneut an die Öffnung deines Herzens erinnern. Denn Du bist hier um zu wachsen und zu lernen. Wachstum ist Integration und Integration ist Heilung. Momentan sind wir in einer Zeitphase, in der sich das Fischezeitalter durch das Wassermannzeitalter ablöst. Es gilt das 4. Chakra zu entwickeln. Die Entscheidung dafür trägt jeder einzelne ganz alleine. Geht er den Weg ins unbekannte Neue oder hält er an den alten Strukturen fest. (Aber zum Thema “das neue Zeitalter” ein anderes Mal ausführlicher)
Sobald du Bewußtsein darüber hast, was dir deine Sehnsucht zeigen möchte, kannst du auch anders mit der oben genannten Situation umgehen. Du kannst mit einer inneren Haltung von Freude und Dankbarkeit deine Selbsterkenntnis willkommen heißen. Irgendetwas resonniert in dir, und du weißt, aha, das ist es, was ich vergessen habe, das ist etwas, was ich auch in mir habe. Oder ist es etwa nicht so, dass du dich danach sehnst, heil zu werden, ganz in deiner Kraft zu stehen, weil du dir bewußt bist, dass etwas fehlt? Wenn nicht, dann kannst du jetzt aufhören zu lesen, dann ist das hier Zeitverschwendung für dich. Wenn doch, dann lasse dir folgendes gesagt sein: Nur weil du es zuläßt, im Aussen zu erkennen, was dir in deinem Inneren fehlt, heißt noch längst nicht, dass du es auch gefunden hast. Schließlich ist es immer noch Aussen - bei deiner Freundin.
Nichts von aussen kann deine innere Leere füllen. Nichts von aussen kann dich jemals erfüllen. Du kannst nur von dir selbst erfüllt sein. Und es handelt sich auch nicht wirklich um Leere, es fühlt sich anfangs nur so an. In Wirklichkeit gehen unsere Wesensaspekte oder Seelenanteile nie verloren. Denn sonst könnten wir sie nicht wieder integrieren. Wir müssen sie aber wieder integrieren können, denn darin liegt der ganze Bewußtwerdungsprozess. Und nur darum hat sich unser Ego darüber gelegt,
damit wir - indem wir über es hinausgehen - zu einem höheren Bewußtsein gelangen können, mehr Abstand gewinnen und von es frei werden. Was jenseits unserer Persönlichkeit liegt, ist unsere Wahrhaftigkeit, unsere Seele, unsere Essenz. Wie entdecken wir aber die Fülle hinter dieser vermeintlichen Leere? - Indem wir graben, immer tiefer zu unserem Wesen vordringen. Wo aber finden wir unser Wesen? - Unser Wesen liegt in unserem Innern. Der einzige Weg dorthin zu gelangen ist über Liebe und/oder Meditation, wobei der Weg der Meditation meines Erachtens einfacher zu gehen ist als der Weg der Liebe, es sei denn man hat ein hoch entwickeltes spirituelles Herz. In der Liebe kann man sich leicht verlaufen, weil es da immer auch den anderen gibt, und wir so viele und so komische Vorstellungen von der Liebe haben, die meistens nichts mit der Liebe im eigentlich wahrhaften Sinne zu tun haben. Sind wir aber von uns selbst erfüllt und schielen nicht immer auf den Platz des anderen, kann Liebe ohne Abhängigkeit in Freiheit reifen und erblühen. Als Quell der Inspiration erfüllt sie uns mit Freude und Glückseligkeit. Wir fühlen uns lebendig und kraftvoll, entdecken in uns ein ungeahntes Potenzial an Möglichkeiten des Ausdrucks in dieser Welt.
Die Sehnsucht führt uns zur Meditation in die Selbstliebe. Lieben wir uns selbst, werden wir frei für die Liebe eines anderen Menschen und erst dann wirklich liebesfähig.
Copyright: Taruna N. Reupsch
Urheberrecht & Copyright
Die Vervielfältigung und Verbreitung sowie die Übersetzung sind ausschließlich der Autorin selbst vorbehalten. Der Text unterliegt dem Urheberrecht und ist durch das Copyright vor missbräuchlicher Verwendung geschützt.
Mittwoch, 5. November 2008 um 02:01
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Dienstag, 27. September 2011 um 07:32
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