Medialität & Bewußtsein
(”Großer weltbekannter Heiler mißbraucht Frauen?”)
Wie kann es zu einem solch paradoxen Verhalten eines “solch großen” Heilers kommen? - Nun, solange Joao de Deus einen Körper hat, hat er auch ein menschliches Bewußtsein und ein Ego, welches von seinem Unter- bzw. Unbewußten gelenkt wird. Joao de Deus ist nicht erleuchtet, was widerum heißt, dass noch verborgene Anteile in seinem Unbewußten schlummern. Joao war von klein an Medium für verschiedenste Wesenheiten. Er dürfte sich kaum mit sich selbst als Mensch und seinem Bewußtsein auseinandergesetzt haben. Im Grunde besitzt er kaum ein ausgeprägtes Ego. Er geht hauptsächlich in seinem Dienen als Medium und Heiler auf. Es kann sich jedoch niemand ohne Ego wirklichem Dienen hingeben. Denn um sich hinzugeben, muß man bereit sein etwas zu geben. Menschen ohne Ego opfern sich auf. Hingabe und Aufopferung sind aber grundverschiedene Dinge. Wie es auf einem seiner Websites heißt, ist er ein unbewußtes Medium. Wie gesagt, er ist ein Mensch mit all seinen erlösten und unerlösten Anteilen, genau wie wir alle.
Dadurch, dass viele ihn als jemand Besonderen auf ein Podest stellen, und sein Wirken mit Heilenergien personifizieren, geben viele ihre Macht an Joao ab. Dies kann nur geschehen, weil diese Menschen ihre eigene Kraft noch nicht erkannt haben. Das widerum nährt Joaos Identität als Heiler. Ihm kommt gar nicht die Idee, sich mal um sein Menschsein mit seinen ganz normalen Bedürfnissen zu kümmern; und die Sexualität ist eine sehr starke Kraft, die immer auch mit Heilenergie zusammenschwingt, deswegen sollte sie so gut wie möglich transformiert sein, und nicht ins Abseits geschoben und verdrängt werden.
Gemäß des universalen Gesetzes der Resonanz wird Licht von Licht und Dunkelheit von Dunkelheit angezogen. Es ist nicht etwa so, dass Energiesauger von Licht angezogen werden, und man sich vor ihnen schützen müßte. Spätestens seit Dracula wissen wir, dass Vampire das Licht scheuen. Nein, wovon Blutsauger angezogen werden, sind die dunklen unerlösten Aspekte in unserem Unterbewußtsein. Deswegen bringt es auch nichts, sich gegen diese Vampire zu schützen. Das einizige, was wirklich hilft, ist seine ungelebten Schattenaspekten willkommen zu heißen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um sie durch Liebe und Akzeptanz zu erhellen. Je mehr wir unsere unbewußten Anteile erleuchten, desto weniger ziehen wir negative Energien an, da keine Resonanz mehr besteht.
Joao arbeitet so oft als Medium, dass viel Energie von hochschwingender Frequenz durch ihn hindurch fließt. Nun kann man sich als Medium nicht nur partiell öffnen. Entweder ganz oder gar nicht. Da er ein kaum ausgeprägtes Ich-Bewußtsein hat und somit kaum in der eigenverantwortlichen Handlungsfähigkeit steht - hauptsächlich besteht sein Leben aus dem Wirken als Kanal - wird es ihm kaum möglich sein, soviele Frauen zu haben, wie er nur will, wie manche ihn gerne verteidigen. Um als Mensch leben zu können, braucht es nun einmal ein Bewußtsein über sich selbst als Mensch in einem menschlichen Körper.
Nun kann man natürlich sagen, auch die Frauen mußten jawohl ähnlich gelagerte Schattenaspekte in ihrem Unterbewußtsein haben, denn sonst hätten sie sich beide ja nicht angezogen. Wie gesagt, im Leben führt uns das universelle Gesetz der Resonanz in Situationen und zu Menschen, um unsere Schattenaspekte im Spiegel des anderen zu sehen, und sie somit ans Licht zu bringen und zu wandeln. Das sind unsere Lernlektionen, und deswegen sind wir hier. Dies ist eine spirituelle und sehr universale Perspektive….
Und dennoch, oft wird eine solche Perspektive als Ausrede benutzt, nach dem Motto, ich konnte ja nichts dafür. So kann man weiterhin schön die Verantwortung abgeben. Wohl gemerkt, ich habe goßes Mitgefühl und Verständnis für die Vorgänge; sie sind allzu menschlich.
Dennoch: Laßt uns diese Vorfälle - so bedauerlich sie sind - doch dazu nutzen, daraus zu lernen. Viele regen sich auf und zeigen persönliche und emotionale Betroffenheit. Sind wir jedoch betroffen, spiegelt uns die Situation nur unbewußte Anteile in uns selbst. Es bringt doch sowieso nichts, immer auf den Platz des Nachbarn zu schielen. Wir sollten uns an die eigene Nase fassen, anstatt rumzumeckern und entweder mit den Anhängern oder mit den Gegnern Joaos zu sympathisieren.
Wir sollten uns stets vor Augen führen, dass - solange wir in einem Körper auf Erden wandeln - auch wenn wir noch so sehr mit höheren Energien arbeiten - wir hart und diszipliniert an unserem menschlichen Bewußtsein arbeiten müssen. Das sind wir uns und unserem Planeten Erde schuldig. Es geht um Liebe, um die Liebe des Göttlichen im menschlichen Körper. Nicht umsonst haben wir einen. Und die Existenz ist immer gnädig. Wenn jemand sich über sein Menschsein erhebt, wird er unsanft auf dem Boden der Tatsachen landen. Das Göttliche kann auf Erden nicht ohne ein menschliches Bewußtsein wirken. Der Körper und das Bewußtsein sind die Werkzeuge, um das Göttliche in der Welt zu manifestieren.
Es geht um das Bewußtsein. Und wir sollten uns niemals einem anderen Menschen hingeben. Dem einzigen, dem wir uns hingeben dürfen, sind wir selbst. Denn wir selbst sind das Göttliche und damit im Einklang mit der Existenz. Dies sollten wir uns stest vor Augen führen. Je feinschwingender die Energien sind, mit denen wir in Kontakt kommen, desto stabiler und zentrierter sollten wir in unserem Körper ruhen, und desto gereinigter und geläuterter sollte unser Geist sein.
Nehmen wir dieses Thema, um uns an unsere Bestimmung, an den göttlichen Funken in uns selbst zu erinnern, um uns nicht im Aussen zu verlieren. Die Existenz wird uns zwar daran erinnern, wenn wir auf Abwege kommen, aber soweit muß es nicht unbedingt kommen. Denn schön sind diese Vorfälle weder für Joao de Deus noch für die Frauen. Aber sie lassen uns erinnern, welcher Anteil in uns mit dazu beigetragen hat, dass es zu diesen Vorfällen kommen konnte.
Wir alle stehen in unserer eigenen Kraft; wir sind autark. Wir müssen nur wahrhaftig, aufrichtig uns immer wieder selbst anschauen, um unser Bewußtsein zu erhellen, und somit wahrhaft frei, handlungsfähig und verantwortlich für das Glück in unserem Leben und auf Erden zu sein. Selbstaufgabe ist der verkehrte Weg. Es geht um die Hingabe an seine eigene Göttlichkeit in Licht und Liebe. Dies gilt für alle, die als Heiler oder Medium arbeiten, und auch für alle, die deren Dienste in Anspruch nehmen.
Copyright: Taruna N. Reupsch
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